Ein Kunde bekommt für ein Abbaugelände die Erlaubnis, mineralische Rohstoffe abzubauen und aufzubereiten. Die vorhandene Anlage ist für dieses Vorhaben nicht mehr zu gebrauchen, sie ist zu klein und reparaturanfällig.

Als erstes wird diese Anlage zur Demontage und Verwertung ausgeschrieben. Die Verhandlungen mit Interessenten sowie der anschließende Rückbau und die Vorbereitung des Baugeländes erfolgt parallel zur Planung der neuen Werksanlage, die allen gängigen Erfordernissen entsprechen und unter Wettbewerbsbedingungen qualitativ hochwertige Baustoffe erzeugen soll. Hier handelt es sich um Kies und Sand nach der neuen Europa-Norm.

Das Gewinnungsgerät steht zur Verfügung. Daher gilt die volle Konzentration der neuen Aufbereitungsanlage.

Nachdem von einem Baustofflabor die Materialanalysen ausgewertet sind, wird mit dem Betreiber das Anforderungsprofil an die neue Werksanlage erstellt. Dabei sind veränderliche Zusammensetzungen des Rohmaterials ebenso zu beachten wie rasch zu bedienende Anforderungen des Marktes. Der Sand soll in unterschiedlichen Qualitäten verfügbar sein, was den Einsatz eines computergesteuerten Sandklassierers sinnvoll macht.

Kies- und Sandwerk in Bulgarien

Da die klimatischen Verhältnisse einen Betrieb während der Wintermonate nicht zulassen, soll die Lagerung der verkaufsfähigen Fertigkörnungen auf groß dimensionierten Freihalden erfolgen.

Zur Entkoppelung der Gewinnungs- und Aufbereitungsanlage soll eine Rohkies-Zwischenhalde mit Abzugstunnel dienen.

Die Verladung auf Lkws erfolgt mittels Radlader und Fahrzeugwaage mit automatischer Lieferscheinerstellung.

Nachdem die Rahmenbedingungen festgelegt worden sind, geht es an die Auswahl potentieller Lieferfirmen und der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen.
Diese Unterlagen werden zum Zwecke einer Angebotserstellung an verschiedene Firmen des Anlagenbaus verschickt. Nach Erhalt dieser Angebote erfolgt die Prüfung auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit. Daran schließen sich die Vergabeverhandlungen an. Die Erteilung des Auftrags schließt die erste Phase ab.

Während der Planungszeit wurden vom Bauherrn auch Kontakte zu den Genehmigungsbehörden geknüpft und nach einem Informationsgespräch mit Vertretern aller involvierten Ämter wird das endgültige Baugesuch erstellt und zur Genehmigung eingereicht.

Realisierung eines Großprojekts im Ausland

Nach Vorliegen der Baupläne werden die Fundamente ausgeschrieben und an eine Baufirma vergeben. Ver- und Entsorgung mit Wasser und Abwasser, die Einbindung örtlicher Firmen für Elektrische Energieversorgung, Blitzschutz, Brandschutz, Fassadenbau Sozialräume etc. muss mit dem Bauzeitenplan abgestimmt und koordiniert werden.

Während der Bauphase selbst ist vom verantwortlichen Bauleiter ein Bautagebuch zu führen und vom Bauherren oder dessen Bevollmächtigten regelmäßig zu prüfen. Sichtkontrollen und regelmäßige Baustellenbegehungen sind die Voraussetzung für die Qualitäts- und Termineininhaltung.

Nach Montageende schließen sich die Inbetriebnahme und der Leistungstest an. Während dieser Phase wird das Bedienpersonal geschult und eingewiesen. Hat die Anlage ihren Leistungstest bestanden, erfolgt die Abnahme der Anlage, die durch ein Protokoll dokumentiert wird. Damit ist der Gefahrenübergang vom Lieferanten auf den Bauherren erfolgt und die neue Anlage kann bestimmungsgemäß genutzt werden.

Der beratende Ingenieur hat bei diesem Prozess die Hauptaufgabe, dem Bauherren den Rücken frei zuhalten, damit dieser sich seinen eigenen unternehmerischen Aufgaben widmen kann. Bei der immer dünner werdenden Personaldecke ist diese Kooperation für viele mittelständische Unternehmer eine nutzbringende Lösung.


Fallbeispiel 2: Anpassung einer Gebrauchtanlage | Startseite